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© J. Brües, altanoite

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Was bedeutet nachhaltig beschaffen?


Vorbildfunktion: Der öffentlichen Hand kommt gerade im Bereich der privatwirtschaftlichen Verwaltung eine wichtige Vorbild- und Steuerungsfunktion zu. Sie kann durch bewussten Einkauf positive ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Impulse auslösen und gleichzeitig den Einsatz öffentlicher Gelder optimieren: d.h. den Vorgaben und Zielsetzungen entsprechend, die am besten geeignetste und am Bedarf ausgerichtete Leistung zum besten Preis finden.
 
In Europa liegt die Kaufkraft der öffentlichen Hand bei 17% des BIP (das sind ca. 2.000 Mrd.). Dieses große Einkaufsvolumen macht die öffentlichen Beschafferinnen und Beschaffer zu bedeutenden Akteuren am Markt. Sie gestalten mit, welche Produkte nachgefragt und vom Markt angeboten werden. Nachhaltig verwendete Mitteln erzeugen dabei die besten Wirkungen für Mensch und Natur.
 
Definition: Der Österreichische Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung (naBe, Ö Ministerrat 2010) definiert Nachhaltige Beschaffung entsprechend des Drei-Säulenmodells der Nachhaltigkeit (Wirtschaft, Ökologie, Soziales) folgender Maßen:
 

„Nachhaltige Beschaffung ist der Einkauf umweltfreundlicher Produkte und Leistungen, die den Geboten der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit folgen und bei deren Herstellung bzw. Erbringung soziale Standards eingehalten wurden.“



                                          



Fordert die öffentliche Hand nachhaltige Produkte, so wird sich die Wirtschaft darauf einstellen und Produkte/Dienstleistungen dieser Qualität vermehrt anbieten. Dies führt mittelfristig zu einem größeren Angebot derselben und zu sinkenden Preisen (lt. Stadt Wien, Stadt Gent, etc.).
 
Indem die öffentliche Hand nachhaltige Ziele vorgibt, Maßstäbe für die Zukunft setzt und richtungweisend neue innovative Produkte einkauft, löst sie Innovationen in der Wirtschaft aus und unterstützt nachhaltige Produktionen und Technologien. Nicht selten sind diese Effekte regionalwirtschaftlich von Bedeutung. Das Land Vorarlberg beschafft laut Beschaffungsservice Vorarlberg zu 90% aus dem eigenen Bundesland.
 
Wichtige Gelingensfaktoren einer nachhaltigen Beschaffung sind zudem umfassende „Beteiligung“, damit die betroffenen Menschen durch Mitgestaltung Mitverantwortung tragen können, und ausgewogene „Planung“, damit Fehlentwicklungen bereits in der Entwicklungsphase vermieden werden können. Daher sollte im Sinne des Beteiligungsansatzes bei Beschaffungen stets getrachtet werden, wesentliche Anspruchsgruppen (Stakeholder) in die Entscheidungsfindung einzubeziehen und im Sinne der „ganzheitlichen“ Betrachtung zumindest größere Beschaffungen möglichst frühzeitig einer nachhaltigen (Vor-) Planung mit Bedarfsanalyse, Risikoabschätzung und Betrachtung des Lebenszyklus inklusive Berücksichtigung der Lebenszykluskosten zu unterziehen.
 


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